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Der Mensch hat in seiner Geschichte unter sehr verschiedenen Klimabedingungen gelebt und sich entsprechend unterschiedlich ernährt. Dabei gibt es ein normales sowie extreme Ernährungsmuster. Grundsätzlich ist zwar eine fleisch-, fett- und proteinreiche, kohlenhydratarme, ketogene Ernährung für unseren Stoffwechsel möglich, aber es hat sich keine Population der Welt freiwillig so ernährt, sondern nur aufgrund mangelnder Alternativen, wie die Inuit oder wie Steinzeitmenschen in der Eiszeit. Zu Übergewicht führt diese unfreiwillige Kost nicht, aber im Gegensatz zu pflanzenbasierten Ernährungsweisen ist kein Langlebigkeitsphänomen mit einer solchen Ernährungsweise nachgewiesen worden …

Sowohl die ursprüngliche deutsche als auch die asiatische Ernährung war kohlenhydratreich, aber enthielt wenig tierisches Protein, Fett und Zucker. Gleichzeitig wurden nur natürliche Lebensmittel und keine Industrieprodukte verzehrt. Die Kohlenhydratträger waren vollwertig, denn sie lieferten auch wertvolle Vitalstoffe für den Stoffwechsel …

Vor allem der Konsum tierischer Fette hat sich in Deutschland seit Ende des 18. Jahrhunderts und in vielen Ländern Asiens in den letzten Jahrzehnten verdreifacht. Weiterhin hat sich der Konsum von tierischem Protein in etwa verfünffacht und der Zuckerkonsum vervielfacht …

In Asien sind ausgeprägte Langlebigkeitsphänomene gut belegt. Und auch die ursprüngliche deutsche Ernährung auf dem Land ermöglichte ein langes Leben, waren die großen Klippen der hohen Säuglings- und Kindersterblichkeit sowie der Infektionskrankheiten erst einmal umschifft. Zivilisationskrankheiten waren nahezu unbekannt und traten nur in der reichen Oberschicht auf.