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Der Fortschritt der Wissenschaft ist – relativ gesehen – groß, doch absolut begreifen wir immer noch nur einen Bruchteil der Wirklichkeit. Eigentlich sollte der Wissenschaftler angesichts dieser Tatsache von Demut erfüllt sein, doch das Phänomen des Zauberlehrlings beschreibt wohl eher den Charakter vieler Forscher. Diese zwei Grundprobleme machen Wissenschaft schon schwer genug …

Viktor E. Frankl hat dieses Problem sehr treffend mit seiner                Dimensionalontologie erklärt: „Im Wahrnehmen und Denken kommt es immer wieder zu Verzerrungen, … weil das Wahrgenommene und zu Bedenkende nur aus einer Perspektive in den Blick kommt. Das Vernachlässigen des mehrperspektivischen Wahrnehmens führt dann zu Verkürzungen und Verzerrungen der Phänomene.“ Frankl beschreibt in „Anthropologische Grundlagen der Psychotherapie“ (1975, Seite 182 ff.): „Wenn ein und derselbe Gegenstand aus seiner eigenen Dimension heraus in eine niedrigere Dimension projiziert wird, so entstehen daraus sich scheinbar widersprechende Abbildungen. Nimmt man beispielsweise ein Trinkglas, das geometrisch einem Zylinder gleicht, und projiziert es aus einem dreidimensionalen Raum in eine zweidimensionale Ebene, so ergibt sich aus dem Grundriss ein Kreis und aus dem Seitenriss ein Rechteck. Darüber hinaus erweckt die Projektion den Anschein einer geschlossenen Figur, während das Trinkglas doch ein offenes Gefäß ist.“